Ist Zucker giftig?

16.04.2019

Es gibt viele Behauptungen über Zucker: Er sei giftig, verursache Blähungen, Gicht und viele weitere Krankheiten. Wir klären auf.

Diese 3 Aussagen über Zucker sind wirklich wahr:Zucker

  • Zucker liefert vor allem überflüssige Kalorien.
  • Er enthält nur leere Kohlenhydrate.
  • Zucker liefert abgesehen von den Kohlenhydraten keine weiteren Nährstoffe.

Gesunder Zucker, der in unverarbeiteten Lebensmitteln natürlich enthalten ist, ist ein wichtiger Energielieferant, der dem Körper nicht schadet. Andere Zuckerarten, wie der weiße Haushaltszucker, können den Körper allerdings krank machen. Wenn man viel davon isst, überfordern er die Bauchspeicheldrüse, die Leber, die Nieren und den Darm.

Der süße Stoff kann mit verschiedenen Krankheiten und Beschwerden in Verbindung gebracht werden, wie zum Beispiel:

  • Diabetes 2
  • Karies
  • Herzkrankheiten
  • Fettleibigkeit
  • Übergewicht
  • Krebs
  • Unreine Haut
  • Darmpilz
  • Antriebslosigkeit
  • Nervenschädigungen

Zucker

Zucker ist nicht gleich Zucker!

Zucker kommt in vielen Namen daher. Deshalb ist es ziemlich schwierig, zu erkennen, wie viel davon ein Nahrungsmittel überhaupt enthält. Auch gibt es enorme Unterschiede zwischen den verschiedenen Arten: Haushaltszucker (Saccharose) kann in großen Mengen schädlich sein, während natürlicher Zucker, wie er in Früchten, Gemüse oder vollwertigen Lebensmitteln wie Hafer oder Getreide vorkommt, wichtig und gesund ist. Abgesehen von Fruchtzucker, Haushaltszucker und Co. gibt es noch die sogenannten Zuckeraustauschstoffe.

Was sind Zuckeraustauschstoffe?

Zuckeraustauschstoffe sind süß schmeckende organische Verbindungen. Sie werden auch als Zuckeralkohole bezeichnet und haben nur einen geringen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel, da sie fast ohne die Ausschüttung von Insulin verstoffwechselt werden. Zu den verschiedenen Zuckeralkoholen gehören: Sorbit, Mannit, Isomalt, Lactit und die von Mitoback verwendeten Zuckeralkohole Erythrit und Xylit. Beide Zuckeraustauschstoffe sind kalorienfrei und wirken nicht kariesfördernd. Von Xylit, das manche auch als „Birkenzucker“ kennen, ist sogar bekannt, dass es die Kariesbildung vermindert.

Wir verwenden Erythrit (weißen und braunen Erythrit)und Xylit in all unseren süßen Backmischungen. Ihr könnt beides auch in kleinen Mengen als Rohstoffe bei uns kaufen, egal ob in weiß, braun oder als Pudererythrit.

Was macht denn nun den Unterschied?

Der Unterschied zwischen gesundem und schädlichem Zucker findet sich vor allem in der Anzahl der Kohlenhydrate.
Zuckeraustauschstoffe bestehen aus mehrwertigen Alkoholen. Mehrwertige Alkohole, auch „Zuckeralkohole“ oder „Polyole“ genannt, gehören zur Gruppe der Kohlenhydrate, sind aber kein Zucker.
 Keine Angst, bei mehrwertigen Alkoholen handelt es sich nicht um Trinkalkohol! Sie wirken nicht wie Alkohol und sind deshalb auch für Kinder und trockene Alkoholiker vollkommen unbedenklich.

Von herkömmlichen Zuckern unterscheiden sich die Zuckeralkohole in ihrer chemischen Struktur. Daher werden sie im Körper anders verarbeitet. Sie wirken kaum oder gar nicht kariesfördernd, haben nur einen geringen oder keinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel und liefern mit durchschnittlich 2,4 Kilokalorien pro Gramm viel weniger Kalorien als Zucker. Eine Ausnahme bildet der Zuckeraustauschstoff Erythrit mit sagenhaften 0 Kilokalorien pro Gramm!

Also Augen auf und immer schön auf die Nährwerte schauen!!!

Kalorien Kohlen-hydrate Davon Zucker Davon mehrwertige Alkohole
Haushaltszucker 387 kcal 100 g 100 g 0 g
Brauner Zucker 396 kcal 99 g 99 g 0 g
Agavendicksaft 445 kcal 108 g 105 g 0 g
Kokosblütenzucker 389 kcal 94 g 93 g 0 g
Erythrit 240 kcal 100 g 0 g 100 g
Xylit 240 kcal 100 g 0 g 100 g

 

Wie kann man Zucker erkennen?

Zucker steht nicht immer als solches in der Zutatenliste, sondern kann sich hinter vielen Begriffen verstecken.

Lebensmittelhersteller verwenden auch andere Zuckerarten oder süßende Zutaten, die mit ihrer kompliziert klingenden chemischen Bezeichnung jedoch nur schwer als Zucker zu erkennen sind.

Dazu gehören:Zucker

  • Saccharose
  • Dextrose
  • Raffinose
  • Glukose
  • Fruktosesirup oder Fruktose-Glukose-Sirup
  • Glukosesirup, Glukose-Fructose-Sirup oder Stärkesirup
  • Karamellsirup
  • Laktose
  • Maltose oder Malzextrakt
  • Maltodextrin, Dextrin oder Weizendextrin
  • Süßmolkenpulver
  • Gerstenmalz/Gerstenmalzextrakt

Wenn Sie diese Zutaten auf der Verpackung sehen, wissen Sie, dass „echter“ Zucker enthalten ist. Um die darin enthaltenen Kohlenhydrate zu verstoffwechseln, schüttet der Körper Insulin aus. Insulin ist ein Hormon, das der Körper benötigt, um Zucker aus dem Blut in die Zellen zu transportieren. Schiebt man immer weiter Zucker hinterher, führt das dazu, dass der Insulinspiegel nicht mehr absinkt oder umgekehrt auch zu einem Insulinmangel. Die Folge: Diabetes, Alzheimer, Depressionen und viele weitere Probleme und Krankheiten. Deshalb sollte man beim Kauf von Produkten auch immer schön auf die Nährwerte achten und zuckerhaltige Produkte nur in Maßen konsumieren.

Wer überdies weitere detaillierte Information zu Zucker und seiner Verwendung in unseren Lebensmitteln nachlesen möchte, dem empfehlen wir einen Beitrag von ARTE:

Die große Zuckerlüge